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Neue Möglichkeiten zur Diagnostik und Therapie des metastasierten Prostatakarzinoms mit PSMA PET/CT und Lu-177-PSMA-Therapie

Liebe Patienten,

 

seit Oktober 2014 wird in der Nuklearmedizinischen Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Bonn eine neue Therapieoption für Prostatakarzinompatienten angeboten. Die 177Lu-PSMA-Therapie ermöglicht die Behandlung von Prostatakarzinompatienten bei denen Hormon- und Chemotherapie nicht mehr wirken. Im Gegensatz zur kürzlich eingeführten Xofigotherapie können damit auch Patienten mit Lymphknotenmetastasen oder Organmetastasen behandelt werden.

 

Wie funktioniert die 177Lu-PSMA-Therapie?

Die Abkürzung PSMA steht für Prostata-Spezifisches-Membran-Antigen. Prostatakarzinomzellen tragen PSMA als Erkennungsmerkmal auf der Oberfläche.  Der Radiochemie ist es gelungen Substanzen herzustellen, die an PSMA binden und dieses wie ein Schlüssel das Schloss erkennen. Diese Substanzen können mit der schwach radioaktiven Substanz 177Lu markiert werden. Aufgrund der spezifischen Bindung („Schlüssel-Schloss-Prinzip“) reichert sich Radioaktivität im Tumorgewebe an und bestrahlt dieses von innen. Die Erfahrung deutet darauf hin, dass bei vielen Patienten die sonst keine Therapieoption haben dadurch ein gutes Ansprechen bewirkt werden kann, d.h. es kommt zu einem Rückgang der Tumormasse oder der PSA-Wert sinkt oder die oft sehr starken Schmerzen bilden sich zurück.

 

Indikationen der 177Lu-PSMA-Therapie – wer profitiert von der Behandlung?

Initial werden die meisten Prostatakarzinompatienten operiert oder bestrahlt. Trotz optimaler Therapie kommt es bei vielen Patienten zum Rezidiv. Dieses kann dann meist mit einer Hormontherapie für längere Zeit kontrolliert werden. Schließlich werden die Tumorzellen auch gegen diese unempfindlich und bei vielen Patienten muss dann sogar eine Chemotherapie durchgeführt werden. Diese führt häufig zu Nebenwirkungen  und belastet den Patienten. Zudem werden die Tumorzellen zuletzt auch gegen diese Behandlung resistent. In dieser Situation bieten wir die 177Lu-PSMA-Therapie als neue Therapieoption an. Es handelt sich also um eine neue Option für Patienten bei denen sonst kaum noch Alternativen bestehen, nicht um eine Behandlung der ersten Linie. Die Behandlung ist nur möglich, wenn die Metastasen bzw. der Tumor PSMA anreichern. Um dies festzustellen ist eine 68Ga-PSMA-PET/CT Untersuchung vor der Therapie erforderlich. Diese Untersuchung wird selbstverständlich auch von unserer Abteilung angeboten.

 

Nebenwirkungen der Behandlung

Die Behandlung wird sehr gut vertragen und führt meist nicht zu starken akuten Nebenwirkungen. Es müssen jedoch nach der Behandlung das Blutbild, die Nierenwerte und die Funktion der Speicheldrüsen kontrolliert werden, da nach der Therapie Fälle von Mundtrockenheit beschrieben wurden und es zu Änderung der genannten Laborparameter kommen kann.

 

Wie läuft die 177Lu-PSMA-Therapie ab?

Die 177Lu-PSMA-Therapie erfolgt auf Station Winkler, der Nuklearmedizinischen Therapiestation am Uniklinikum Bonn. Zuerst erfolgt eine gründliche Untersuchung durch unsere Stationsärzte. Noch fehlende Laborwerte werden bestimmt. Das  177Lu-PSMA wird intravenös verabreicht. Danach müssen Sie 48 Stunden auf der Station bleiben. Sie können persönliche Gegenstände, wie Bücher, PC, Tablets, Handy, Kleidung, etc. mitbringen und auch wieder nach Hause mitnehmen. Im Zimmer haben Sie einen persönlichen Flachbildschirm am Bett. Vor der Entlassung werden Ganzkörperaufnahmen durchgeführt, um die Verteilung des 177Lu-PSMA im Körper zu überprüfen. Die Behandlung kann nach ca. 8 Wochen ggf. wiederholt werden.

 

Wie kann man sich zur 177Lu-PSMA-Therapie anmelden?

Die Entscheidung zur 177Lu-PSMA-Therapie treffen Sie zusammen mit Ihrem Urologen und den Experten aus unserer Abteilung. Herr OA PD Dr. Ahmadzadehfar ist als Leiter der Therapiestation steht immer für Sie als Ansprechpartner zur Verfügung. Natürlich können Sie die Therapie auch jederzeit mit mir persönlich in meiner Ambulanz besprechen. Oder Sie nehmen mit mir  telefonisch Kontakt auf (Sekretariat Frau Michaela Schwarz, Telefon 0228 287 15181)

 

Ihr

 

Prof. Dr. med. Markus Essler

Flyer zur Lu-177-PSMA-Therapie zum Download
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Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin

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