Lungenszintigrafie

Wozu dient die Lungenszintigraphie?

 

Der häufigste Grund, warum eine Lungenszintigraphie durchgeführt wird ist der Verdacht auf eine Lungenembolie. Bei einer Lungenembolie wird eine Lungenarterie durch ein Blutgerinnsel verschossen, dadurch kommt das Blut nicht mehr ausreichend mit der Atemluft in Kontakt und die Gewebe können nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden. Bei der Lungenszintigraphie können die Durchblutung und die Belüftung der Lunge bildgebend dargestellt werden. Lungenembolien stellen sich dabei als minderdurchblutete Lungenabschnitte dar und können mit dieser Methode sehr empfindlich gefunden werden.

 

Auch vor geplanten Eingriffen an der Lunge (Operation, Betastrahlung) kann eine Lungenszintigraphie erforderlich sein, um die Funktion des betroffenen Lungenabschnittes beurteilen zu können.

 

Was sind Risikofaktoren für eine Lungenembolie und wie macht sie sich bemerkbar?

Bei den meisten Menschen ist das Risiko eine Lungenembolie zu erleiden gering. In bestimmten Situationen kann es jedoch höher sein, z.B. bei

 

• Tiefer Bein- oder Beckenvenen-Thrombose

 

• Nach langen Flugreisen

 

• Bei langer Immobilisation im Krankenhaus

 

• Nach Operationen

 

• Bei Tumorerkrankungen

 

Eine Lungenembolie kann sich durch Luftnot, Schmerzen und weitere Beschwerden bemerkbar machen. Auch bestimmte Labortests oder allein das Vorliegen bestimmter Risikofaktoren ohne spezifische Beschwerden kann zu einem Verdacht auf eine Lungenembolie führen.

 

Wie läuft die Untersuchung ab?

Die empfindlichste Methode zum Ausschluss oder Nachweis einer Lungenembolie ist die Lungenszintigraphie, die bei etwas höherem Zeitaufwand mehr Sicherheit bietet als eine CT. Für die Lungenszintigraphie wird kein Kontrastmittel benötigt und sie kann deshalb auch angewendet werden, wenn die Nieren geschädigt sind oder eine Kontrastmittel-Allergie vorliegt.

 

Die Lungenszintigraphie besteht in der Regel aus zwei Untersuchungsabschnitten. Zuerst wird die Belüftung der Lunge untersucht. Hierbei wird nach Inhalation von „Technegas“, das schwach radioaktiv markiert ist, die Verteilung der Aktivität in der Lunge gemessen. Anschließend wird die Lungendurchblutung untersucht. Dafür werden schwach radioaktive Eiweißpartikel in eine Vene gespritzt und deren Verteilung in der Lunge verfolgt. Die Bilder werden mit einer Gamma-Kamera (SPECT) erzeugt, die Messung für die Belüftungs- und Durchblutungs-Untersuchung auf der Kamera dauert jeweils ca. 20 Minuten.

 

Was ist vor der Untersuchung zu beachten?

Für die Lungenszintigraphie ist keine besondere Vorbereitung erforderlich. Sie müssen nicht nüchtern zur Untersuchung erscheinen.

 

Wer profitiert von einer Lungenszintigraphie?

Es profitieren vor allem Patienten bei denen der Verdacht auf eine Lungenembolie besteht und diese ausgeschlossen werden soll. Die Untersuchung kann dann ggf. auch ambulant erfolgen. Wenn es jedoch sehr schnell gehen muss mit der Diagnose, weil der Patient in einem schlechten Zustand ist, z. B. auf einer Intensivstation, ist häufig eine CT-Untersuchung vorzuziehen.

 

Nach der Szintigrafie wurde das Blutgerinnsel medikamentös aufgelöst, der Patient erholte sich schnell.

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