Radioimmuntherapie mit Y-90-Ibritumomab-tiuxetan (Zevalin)

Sehr geehrte Patientin, Sehr geehrter Patient,

  

bei Ihnen besteht eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems („Lymphom“), die mit Zevalin therapiert werden soll. Im Folgenden werden wir Ihnen wichtige Informationen über die Wirkungsweise und möglichen Risiken dieser Therapie geben.

 

Indikation

CD20 – positives follikuläres Non-Hodgkin-Lymphom, das nach einer Rituximab-Therapie rezidiviert ist oder sich als refraktär erwies.

 

Wirkungsweise der Therapie

Y-90-Ibritumomab-Tineran? (Zevalin®) ist ein Medikament, dass sich aus zwei Komponenten zusammensetzt: Einem Antikörper, der überwiegend an die lymphatischen Tumorzellen bindet und ein radioaktiver Strahler, der an diesen Antikörper gebunden ist. Beide Anteile ergänzen sich in Ihrer Wirkungsweise hervorragend: der Antikörper „sucht“ die Tumorzellen und bindet an sie, der radioaktive Anteil zerstrahlt dann die gebundene Zelle. Ziel der Therapie ist es, durch die Zerstörung einer möglichst großen Anzahl von bösartigen Zellen im Körper eine deutliche Verminderung der durch das Lymphom verursachten Beschwerden zu erreichen.

 

Ablauf der Therapie

Im Vorfeld der Therapie wird mit Ihnen ein Vorgespräch durch den behandelnden Nuklearmediziner sowie Onkologen durchgeführt werden. In diesem wird die Indikation der Therapie geprüft werden. Hierzu hat Ihr behandelnder Onkologe bereits im Vorfeld einige Untersuchungen durchgeführt, ggf. erfolgt im Rahmen des Gesprächs noch eine Blutentnahme. Im Vorgespräch werden sie auch noch einmal umfassend über die geplante Therapie aufgeklärt. Sollten sich im Vorgespräch keine Gegenanzeigen ergeben und auch Sie mit der Therapie einverstanden sein, erfolgt als erster Schritt eine ambulante Vorstellung bei Ihrem Onkologen, der Ihnen eine Infusion mit dem nicht-radioaktiven Antikörper als Vorbereitung gibt. Genau sieben Tage später erfolgt nach einer weiteren Infusion mit nicht-radioaktivem Antikörper die Gabe des radioaktiven Antikörpers. Diese Therapie wird stationär auf unserer nuklearmedizinischen Therapiestation durchgeführt. Der stationäre Aufenthalt dauert in der Regel eine Nacht. Nach der Therapie sind für einige Wochen regelmäßige Blutuntersuchungen erforderlich.

 

Risiken und Nebenwirkungen

Zevalin ist im Verglich zu einer konventionellen Chemotherapie als relativ gut verträglich anzusehen. Als wichtigste Nebenwirkung ist ein Abfall der Blutzellen anzusehen, der sehr häufig beobachtet wird (>10 % der Pat.). Der Abfall der weißen und roten Blutkörperchen sowie der Blutplättchen kann einige Monate andauern, geht allerdings meist von selbst zurück. Aufgrund des Abfalls der weißen Blutzellen kommt es in den ersten drei Monaten nach der Therapie häufig zu Infektionen, welche ggf. mit Antibiotika behandelt werden müssen. Ebenso kommt es häufig zu einem Abfall der Blutplättchen (Thrombozyten), was zu einer Blutungsneigung mit potentiell gefährlichen Blutungen führen kann. Unmittelbar nach Injektion von Zevalin kann es zu allergischen Reaktionen kommen, welche gelegentlich auch schwer verlaufen können und den Einsatz von Medikamenten erforderlich machen können.

Neben den genannten Nebenwirkungen kann es nach der Infusion sehr häufig zu einem allgemeinen Krankheitsgefühl, Schwäche, Fieber, aber auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall kommen. Diese Symptome lassen sich bei Bedarf jedoch gut medikamentös behandeln.

 

Nach der Therapie

Nach der Therapie mit Zevalin sollte innerhalb der ersten Woche eine Verunreinigung der Unterwäsche sowie der Toilette mit Urin vermieden werden. Die Toilette sollte zweifach gespült werden. Innerhalb der ersten Monate nach der Zevalin-Therapie sind wöchentliche Blutbild-Kontrollen notwendig, um einen Abfall der Blutzellen frühzeitig feststellen zu können.

 

Sollten Fragen oder Unklarheiten bestehen, wenden Sie sich bitte an den aufklärenden Arzt bzw. den Stationsarzt.

 

Wie kann man sich zur Zevalin-Therapie anmelden?

Die Entscheidung zur Zevalin-Therapie treffen Sie zusammen mit Ihrem Onkologen und den Experten aus unserer Abteilung.  Sie können uns über unser Therapiesekretariat (Frau Kuhn-Seifer: 0228-287 1 6974; Fax: 0228-287 1 9057) erreichen

 

Direktor der Klinik für Nuklearmedizin

Prof. Dr. med. Markus Essler

klinik.nuklearmedizin@ukbonn.de

 

Dr. med. Florian Gärtner

Stellvertretender Klinikdirektor, Geschäftsführender Oberarz

florian.gaertner(at)ukbonn.de

 

 

Therapiesekretariat (Study Nurse):

Frau Ulrike Kuhn-Seifer

Tel: +49 (0)228 287-16974

ulrike.kuhn-seifer@ukbonn.de

 

Oberarztsekretariat:

Frau Sabine Döbeling

Tel: +49 (0)228 287-16181

Fax: +49 (0)228 287-90 19858

sabine.doebeling@ukbonn.de

 

Station Winkler

Tel: +49 (0)228 287-16855

Tel: +49 (0)228 287-16854 (Stationsarzt)

Fax: +49 (0)228 287-19107

Befundabfrage

Mo. - Fr.: 08:00 Uhr - 16:00 Uhr

Tel.: +49 (0)228 / 287 - 11089

Fax: +49 (0) 228 / 287-16615

anmeldungnuklearmedizin@ukbonn.de

Terminvergabe


Bitte vereinbaren Sie telefonisch einen Termin.

Schilddrüsenambulanz:
Tel.: +49 (0) 228 / 287-16171

Fax: +49 (0) 228 / 287-19179

PET/CT:
Tel.: +49 (0) 228 / 287 - 11088
Fax: +49 (0) 228 / 287-16207

Konventionelle Szintigraphie:
Tel.: +49 (0) 228 / 287-16171

Therapie-Sekretariat:
Tel.: +49 (0) 228 / 287-16974

Fax: +49 (0) 228 / 287-19057

Therapiestation Winkler:
Tel.: +49 (0) 228 / 287-16855
Fax: +49 (0) 228 / 287-19107

 

Oberarztsekretariat: S. Döbeling

Tel.: 0228 / 287 - 16181

Fax: 0228 / 287 - 19057

 

Die Anmeldung erfolgt im Haus 21 (Nuklearmedizin)

 

Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin

Universitätsklinikum Bonn

Venusberg-Campus 1

Gebäude 21

53127 Bonn

 

Lageplan_DINA4_2019-04-01_QRC.pdf
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