Ga-68-PSMA PET/CT -  mehr Sensibilität für Männer mit Prostatakarzinom

Seit Oktober 2014 wird in der Nuklearmedizinischen Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Bonn eine neue Untersuchung für Prostatakarzinompatienten angeboten. 68Ga-PSMA PET/CT ermöglicht die Diagnose von Metastasen und eines Wiederauftreten des Tumors nach Prostataoperation.  Auch zur Planung und Kontrolle von spezifischen Therapien ist die PSMA PET sehr gut geeignet.

 

Wie funktioniert die PSMA PET?

Die Abkürzung PSMA steht für Prostata-Spezifisches-Membran-Antigen. Prostatakarzinomzellen tragen PSMA als Erkennungsmerkmal auf der Oberfläche.  Der Radiochemie ist es gelungen Substanzen herzustellen, die an PSMA binden und dieses wie ein Schlüssel das Schloss erkennen. Diese Substanzen können mit der schwach radioaktiven Substanz 68Ga markiert werden. Aufgrund der spezifischen Bindung („Schlüssel-Schloss-Prinzip“) reichert sich Radioaktivität im Tumorgewebe an und kann mit unseren hochmodernen PET-Geräten sichtbar gemacht werden. Um die Untersuchungsqualität weiter zu optimieren wird gleichzeitig eine kontrastverstärkte CT Untersuchung durchgeführt. Diese dient der exakten örtlichen Zuordnung des PET-Befundes. Ähnlich wie bei einer Wetterkarte, auf der Satellitenbild und eine Landkarte überlagert werden, werden dann PET und CT überlagert, wobei die CT uns im übertragenen Sinne als Landkarte dient. Es entsteht ein höchst informatives Bild auf das der Arzt einen individuellen Behandlungsplan aufbauen kann.

 

Indikationen der 68Ga-PSMA PET/CT – wer profitiert von der Untersuchung?

PSA-Rezidiv. Meist normalisiert sich der PSA-Wert nach der OP eines Prostatakarzinoms. Oft steigt das PSA dann aber im Verlauf trotz optimaler Operation wieder an. Es tritt ein sog. PSA-Rezidiv auf. In dieser Situation müssen Arzt und Patient über die weiteren Behandlungsweg entscheiden. Dieser Entscheidungsprozess kann schwierig sein, da die Behandlungsmöglichkeiten ganz unterschiedliche Therapieformen, von der Re-OP bis hin zur Strahlen- und Hormonbehandlung einschließen. Bei manchen Patienten ist auch ein abwartendes Verhalten ideal. Schwierig ist auch das Abwägen der Nebenwirkungen der einzelnen Behandlungsformen, da diese die Lebensqualität teils erheblich beeinflussen können. Eine genaue Kenntnis der Ausbreitung der Erkrankung ist deshalb die Voraussetzung einer regelrechten Therapieplanung und für ein einfühlsames individuelles Gespräch zwischen Patienten und Arzt. Die PSMA PET/CT Untersuchung ermöglicht in exakt dieser Situation schnell und effektiv die Ursache des PSA-Anstieges festzustellen und die Ausbreitung der Erkrankung Festzustellen. Dabei ist das PSMA/PET spezifischer und sensitiver als die verbreitete Cholin-PET/CT Untersuchung.  Im Gegensatz zur MRT Untersuchung wird in den meisten Fällen der ganze Körper untersucht.

 

Therapieplanung und Kontrolle. Brei Patienten mit bekannter Metastasierung ist es wichtig den Erfolg von Therapien zu objektivieren. Anstieg oder Rückgang des PSA-Wertes bieten hier einen guten Anhaltspunkt. Das Ansprechen an bestimmten Lokalisationen, wie z. B. schmerzhaften Metastasen kann durch den PSA-Wert nicht beurteilt werden. Die PSMA-PET/CT ermöglicht eine Beurteilung des Fortschreitens des Tumorgeschehens in jeder einzelnen Metastase. Hierdurch kann der Arzt beurteilen, ob zusätzliche Therapieoptionen, wie eine Strahlentherapie, erforderlich sind.  Bei manchen Therapien ist es entscheidend vor der Behandlung die Art und Lage der Metastasen zu bestimmen. Bei der Xofigo-Therapie für Knochenmetastasen müssen vorher Weichteilmetastasen ausgeschlossen werden, dies erfolgt am sichersten mit der PSMA PET/CT Untersuchung. Auch für die Planung einer Therapie mit Lu-177-PSMA ist eine PSMA PET/CT im Vorfeld erforderlich.

 

Wie läuft eine PSMA PET/CT Untersuchung ab?

Die PSMA PET/CT läuft vom Prinzip her genau wie die anderen PET Untersuchungen ab. Sie ist jedoch einfacher zu planen, da im Gegensatz zur FDG-PET der Zuckerspiegel für die Aufnahme keine Rolle spielt. Zum allgemeinen Ablauf einer PET-Untersuchung finden Sie mehr Informationen auf unserer Homepage im Kapitel Untersuchungen/PET.

 

Wie kann man sich zur PSMA PET/CT anmelden?

Die Entscheidung zur PSMA PET treffen Sie zusammen mit Ihrem Urologen. Für die Anmeldung können Sie sich von unserer Homepage ein Anmeldeformular ausdrucken und sich dann per FAX anmelden. Natürlich können Sie gerne auch jederzeit mit mir (Sekretariat Frau Michaela Schwarz) oder meinen Oberärzten telefonisch Kontakt aufnehmen!

 

 

Ein Anmeldeformular für die PSMA PET/CT-Untersuchung, die Ihr Arzt ausfüllen sollte, finden Sie unter Ärzteinformationen.

 

Terminvergabe

Bitte vereinbaren Sie telefonisch einen Termin.

Schilddrüsenambulanz:
Tel.: +49 (0) 228 / 287-16171

Fax: +49 (0) 228 / 287-16615

PET/CT:
Tel.: +49 (0) 228 / 287 - 11088
Fax: +49 (0) 228 / 287-16207

Konventionelle Szintigraphie:
Tel.: +49 (0) 228 / 287-16171

Therapie-Sekretariat:
Tel.: +49 (0) 228 / 287-16974

Fax: +49 (0) 228 / 287-19057

Therapiestation Winkler:
Tel.: +49 (0) 228 / 287-16855
Fax: +49 (0) 228 / 287-19107

 

Befundabfrage:

Mo. - Do.: 08:00 Uhr - 16:00 Uhr

Fr.: 08:00 Uhr - 13:00 Uhr

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Fax: +49 (0)228 / 287 - 19096

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